Geschichte - Gemeinde- und Schulbibliothek Oberdorf
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Die Geschichte der Gemeinde- und Schulbibliothek Oberdorf

Unsere Geschichte
Geschichte der Bibliothek Oberdorf

• Erste Erwähnung: Brief an den Erziehungsdirektor vom 8. April 1896, darin steht der Satz: «Die im Mai 1895 gegründete Schul- und Volksbibliothek Oberdorf». Es ist ein Gesuch für den Staatsbeitrag von 30% an die angeschafften Bücher. Die Bibliothek hat zu dieser Zeit 187 Bände. Es folgt eine Aufstellung der angeschafften Bücher im Wert von Fr. 30.20. Der Staatsbeitrag beträgt Fr. 9.10, welcher umgehend ausbezahlt wird.

• 1900 gibt es einen Fragebogen an alle Gemeinden des Kantons. Unter Oberdorf ist zu lesen dass,
1. die Bibliothek im Kasten der Oberschule untergebracht ist,
2. sie von Lehrer Schmid geführt wird,
3. dass auch Erwachsene die Bibliothek benutzen können,
4. ca. 170 Bände da sind,
5. die Ausleihe am Donnerstag nach der Schule möglich ist, für Erwachsene jederzeit
6. in der Regel die Bücher nach einer Woche zurückgegeben werden,
7. das Lesegeld nur für Erwachsene 5 Rappen beträgt,
8. die Einnahmen pro Jahr im Schnitt 15-20 Fr. betragen,
9. die Bibliothek ihren Ursprung der Stiftung eines Oberdörfer Bürgers verdankt, der im Testament Fr. 500.- zu diesem Zweck einsetzte.

• Zusammenstellung der Staatsbeiträge der Gemeinden des Kantons von 1894-1911. Darin ist Oberdorf nur 1896 aufgeführt mit Fr.14.30.

• Gemeindeversammlung (GV) vom Sonntag, 23. August 1896 mittags 12 Uhr: Verlesen des Reglements der Schulbibliothek.

• Ab 1900 finden sich an den GV’s immer wieder Vorlagen der Schul- und Bibliotheksrechnungen.

• GV vom 20. Februar 1918: Bewilligung von Fr. 200.- aus dem Bibliotheksfond zur Anschaffung von Büchern. Die erwachsenen Leser bezahlen zu diesem Zeitpunkt 10 Rappen Lesegebühr pro Buch. Der Schulpflege wird der Auftrag erteilt, ein Reglement zu erstellen.

• Gemeinderatssitzung (GR) vom 7. Oktober 1919: Das Gesuch um Kredit von Fr. 250.- aus dem Schulbibliotheksfond wird bewilligt, weil der Kurs der Mark sehr tief ist.

• GR vom 9. Dezember 1919: Der Entwurf eines Reglementes liegt vor.

• GR vom 22. Dezember 1919: auf der Traktandenliste für die GV steht die Vorlage eines Reglementes für die Schulbibliothek.

• GV vom Sonntag, 28. Dezember 1919: Das Reglement wird Artikel für Artikel durchberaten und am Schluss einstimmig angenommen. Interessant sind die Diskussionsbeiträge der Einwohner.

Ein Beispiel zu Artikel 9 (wortwörtlich aus dem Protokoll): Schweizer Hans findet die Zeit von 4 Wochen, während welcher ein Buch zurückbehalten werden darf, zu lang. Er will auf 14 Tage zurückgehen. Thommen, Schulpflegepräsident, weist darauf hin, dass die vorgesehene Zeit von 4 Wochen keineswegs zu lang sei, wenn man in Betracht ziehe, dass die Bibliothek sehr umfangreiche Bände enthalte und viele Bezüger nur an einem Sonntag zum Lesen kommen. Der Artikel wird unverändert angenommen.

Die Jugend- und Volksbibliothek Oberdorf befand sich in einem Schulzimmer der heutigen Realschule, unter der Leitung von Fritz Hartmann (Lehrer). Die Ausleihung während 2 Stunden pro Woche fand getrennt nach Jugend und Erwachsenen statt. Die Jahresgebühr betrug 4 Franken, für diese Zeit ein namhafter Betrag.

1960 wurde die Bibliothek in einen ungemütlichen, muffigen Keller, ohne Fenster und ohne Heizung, in die neu erstellte Sekundarschule verlegt. Es war noch üblich, die Leute am Schalter zu bedienen.

Von April 1969 - 1979 übernahm Frau Rosemarie Egeler (Lehrerin) die Aufgabe der Bibliothekarin.
In dieser Zeit wurde die Freihandausleihe eingeführt. Nun konnten die Leser in den Büchern stöbern und ihre Auswahl treffen. Zudem wurde der Name in Gemeindebibliothek umbenannt. Mit dem Wechsel zur Freihandbibliothek wurde das Bücherangebot ausgebaut und mit Kinder- und Bilderbüchern erweitert. Dies hatte eine beträchtliche Zunahme der Leserschaft zur Folge.

Ab 1979 unterstand sie der Leitung von Frau Ursula Zumbrunn.
Ab 1992 half Frau Monika Schweingruber in der Bibliothek mit.
Schon bald war der 30 m2 grosse Raum überfüllt und damit eine ansprechende Präsentation der Bücher nicht mehr möglich.

Verschiedene Möglichkeiten für einen Standortwechsel konnten nicht realisiert werden (Schulzimmer, Umbau Altes Schulhaus, Umbau Au). Umso erfreulicher war die Tatsache, dass mit dem Ausbau der Gemeindeverwaltung mit Feuerwehrmagazin die alten Räumlichkeiten der Feuerwehr zu einer Bibliothek ausgebaut werden konnten.

Seit am 31. Oktober 1998 die neue Gemeinde- und Schulbibliothek eröffnet wurde, steht der Bevölkerung von Oberdorf und Umgebung ein erweitertes und breitgefächertes Leseangebot in einem hellen, freundlichen Raum zur Verfügung .

Auch für die Schule erschliessen diese Räumlichkeiten neue Dimensionen, unter anderem auch ein zusätzlicher Lese- und Aufenthaltsraum.

Das damalige Bibliotheksteam bestand aus Frau U. Zumbrunn und Frau M. Schweingruber, Frau M. Hauff (neu als Leiterin) und Frau V. Graf, zusätzlich Frau P.Wiget und Frau E. Burkhardt als Vertreterinnen der Schule.

In den folgenden Jahren wurde der Medienbestand laufend erweitert und mit Hörbüchern, Zeitschriften, DVDs und einem umfangreichen digitalen Medienangebot ergänzt.

Zum 10-jährigen Jubiläum der neuen Bibliothek entstand ein neues Logo.

In den Jahren 2010 bis 2013 wurden alle bisherigen Bibliotheksmitarbeiterinnen pensioniert und als neue Mitarbeiterinnen Karin Odermatt, Marianne Vuattoux (neue Leiterin) und Rosmarie Ballmer eingestellt.

Im Jahr 2019 feiert die Bibliothek Oberdorf das 100-jährige Jubiläum aufgrund eines offiziellen Reglements aus dem Jahr 1919, obwohl eine bibliotheksähnliche Struktur schon seit 1895, also bereits seit 124 Jahren besteht.

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